Katharina Cibulka

Kunstprojekte           Videogestaltung             Arbeiten im öffentlichen Raum             About             Kontakt & Impressum

Kunstprojekte

Videogestaltung

Arbeiten im öffentlichen Raum

About

Kontakt & Impressum

News

Schriftzug weiß auf weiß

Video, 16:9

5 Minuten

 

Secession Wien 2012

 

Ausstellung:

1  Die Anderen, Secession Wien, 2008

2  Solo III Katharina Cibulka, Fotogalerie Wien, 2012

3  Environmental scanning, UNO Gallery New Orleans, 2014

 

          Zum Abspielen des Videos Code erfragen

 

 

Do not leave any traces

Schriftzug & Video

Do not leave any traces ist der Titel einer 2009 im Hauptraum der Wiener Secession entstandenen Arbeit. Ein circa 5-minütiges Video demonstriert den Versuch eines Malers den auf einer Wand angebrachten Satz Do not leave any traces mittels Farbwalze zu übermalen. Doch immer wieder durchbricht der Schriftzug die Deckfarbe und behauptet sich.

Dieser Imperativ führt sich somit selbst ad absurdum und ist damit auch gleichzeitig die Antithese zu den Arbeiten der Künstlerin. Denn diese hinterlassen durchaus Spuren. „Wohnen heißt Spuren hinterlassen“ (1) meint Walter Benjamin und bezieht sich dabei auf verschiedenste Abdrücke in bürgerlichen Interieurs als Initialisierung von detektivischen Untersuchungen.

Nun steht der Hauptraum der Wiener Secession - der erste White Cube der Kunstgeschichte, der ständig wechselnden Displays und Gedankenräumen Platz macht - geradezu konträr zu privaten Wohnräumen mit mehr oder weniger dauerhafter Gestaltung und Möblierung. Durch die Affichierung der Aufforderung und der Unmöglichkeit das Do not leave any traces gänzlich auszulöschen wird der Kunst-Raum in seiner Absolutheit hinterfragt. Viele Arbeiten von Katharina Cibulka setzen auf diese Weise kontradiktorische Botschaften frei.

 

 

 

 

Ein als White Cube markierter Raum ist darauf ausgerichtet, ihm nicht eigene Inhalte für einen begrenzten Zeitraum als seine Einrichtung zu beherbergen, um sie nach dessen Verstreichen durch wiederum andere Inhalte auszuwechseln. Unerwünscht sind hierin Markierungen des Anderen, die ins jeweils Gegenwärtige intervenieren und somit eine Entgrenzung begehen. Die wiederholte Reinszenierung des White Cubes als spurlose Hülle ist, was sich als permanente Installation in den Ort einschreibt. Do not leave any traces beschreibt diese Hülle und lässt als Aufforderung das Unsichtbarmachen paradox erscheinen.

 

(Bernadette Anzengruber)

 

 

1 Vgl. Walter Benjamin, „Paris, die Hauptstadt des XIX. Jahrhunderts“, in: ders.,

Illuminationen – Ausgewählte Schriften, Bd. 1, Frankfurt a. M. 1961, S. 178.