Katharina Cibulka

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2011

 

Ausstellungen:

1  SOLO III Katharina Cibulka, Fotogalerie Wien, 2012

2  Keep the pot boiling, Galerie im Andechshof, Innsbruck 2011

 

 

 

Überlebende #2: Elisabeth Biener

Rauminstallation

Frauen, die ihren Männern in den Tod folgten, sind die Protagonistinnen des fortlaufenden Projekts „Überlebende“. Dabei eignet sich Katharina Cibulka überlieferte Erzählungen an, um sie in Hinblick auf das gegenwärtige Leben umzuschreiben.

 

1651 stürzt sich Elisabeth, die Ehefrau des unbequemen, wegen vermeintlichen Landesverrats geköpften Tiroler Hofkanzlers Wilhelm von Biener nach dessen Enthauptung aus Verzweiflung in einen Wasserfall - so die Überlieferung. Katharina Cibulka wächst gut 320 Jahre später neben genau diesem 20 m hohen Wasserfall auf, geprägt von den Legenden über Elisabeth Biener, deren Geist noch immer im benachbarten Kanzlerschloss Büchsenhausen als „Bienerweibele“ zu spuken scheint. So fällt jenes historische Enthauptungsschwert bis zum heutigen Tag immer wieder von der Schlosswand, durch das Biener einst wegen politischer Intrigen sein Leben verloren hatte, erzählt die jetzige Schlossherrin.

 

In Cibulkas Rauminstallation wird die Biografie von Elisabeth Biener umgeschrieben und ins 21. Jahrhundert geholt: das museale Ahnengemälde der Kanzlergattin verschmilzt mit dem Antlitz einer fiktiven Elisabeth Biener von heute, auf einem Video stürzt endlos Wasser vom besagten Wasserfall, ein Freskofragment auf gekalkter Wand verdeutlicht die nicht vorhandene weibliche Präsenz in der Geschichtsschreibung.

Als riesige Fotografie erscheint die moderne Bienerin, erhobenen Hauptes auf einer kühn über den Abhang montierten Holzrampe. Eine stolze Frau, gewillt, sich dem Leben zu stellen, anstatt zu springen.

 

Es ist eine emanzipatorische Sicht auf scheinbar ausweglose Situationen, die uns die Künstlerin hier anbietet. In Cibulkas Neuformulierung der Legenden müssen die Heldinnen nicht erst fallen, um in die Geschichte einzugehen.

 

(Verena König)